Lungensport bei Lungenerkrankungen - Interview mit Frau Frisch

Michaela Frisch, Interview - Lungensport bei Lungenerkrankungen

Die Behandlung bei einer Lungenerkrankung, ist gekennzeichnet über eine medikamentöse Gabe, um Atemnot zu lindern. Wenn nötig bekommt der Patient zusätzlichen Sauerstoff. Auch ist es wichtig das Wohnumfeld entsprechend zu verbessern. Aber eine ganz wichtige Säule in der Therapie ist die Bewegung. Der Patient muss in Bewegung bleiben um nicht zusätzlich weiter abzubauen. Hier kommt der Lungensport ins Spiel. Frau Michaea Frisch von der Espan-Klinik in Bad Dürrheim, hat uns in den letzten Wochen schon sehr viel über Lungensport berichtet. Heute beantwortet sie uns in einem Interview weitere wichtige Fragen. Michaela Frisch ist seit Dezember 1991 Sport und Gymnastiklehrerin und arbeitet seit September 2000, als Leiterin der physikalischen Therapieabteilung in der Espan-Klinik in Bad Dürrheim.

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Lungensport - Teil 1 "kein Hochleistungssport"

sondern körperliches Training zur besseren Alltagsbewältigung

 

Für einen Atemwegspatienten bedeutet die Erkrankung erst einmal eine Verschlechterung der Lebensqualität: die benötigten Pausen werden immer mehr und länger, die Wege (gefühlt) immer weiter, die Treppen immer höher, die Hand- oder Einkaufstasche immer schwerer, die Atemnot immer stärker unter Belastung und dann auch in Ruhe, jede körperliche Anstrengung immer noch belastender usw. Soziale Kontakte werden immer weniger bzw. bewusst selber auf ein Minimum reduziert.

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Lungensport - Teil 2 "Ziele und Inhalte - Atmung"

Bewusstmachung und Wahrnehmung der Atmung:

 

Bei ca. 25.000 Atemzügen am Tag, strömen ca. 10.000 – 12.000 Liter (= Füllmenge für einen Heißluftballon) Luft durch unsere Lunge. Unsere Atmung ist lebensnotwendig und findet automatisiert statt. Fehler und Gewohnheiten werden aber nicht als solche wahrgenommen und müssen erst einmal bewusst gemacht werden- z.B. beim Hose Anziehen, Hochheben einer Getränkekiste,…

 

Auch Körperpositionen können einen Einfluß auf die Atmung haben. Darum stellen sich oft folgende Fragen: Wohin wird wann geatmet? Was passiert bei bestimmten Haltungen oder Bewegungen mit der Atmung? ….

 

Denn wichtig: nur bewusste Gewohnheiten können geändert werden!

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Lungensport - Teil 3 "Ziele und Inhalte - Alltag"

Alltagsorientiertes Training

 

Die Bereitschaft sich zu „quälen“ und damit zu trainieren ist natürlich Voraussetzung, aber wenn der Bezug zum Alltag hergestellt wird fällt es sicher leichter. Jeder will doch seine Kaffeetasse aus dem Schrank holen, sich selber noch im Auto anschnallen. Einfach die „kleinen“ Dinge im Alltag selber erledigen.

 

Und genau dafür sind bestimmte Übungen gedacht, um so die Selbständigkeit und damit auch das Selbstwertgefühl zu erhalten. Gleichzeitig sollten hier aber auch Übungen mit Alltagsgegenständen integriert werden, damit man auch im Alltag für den Alltag trainieren kann.

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Lungensport - Teil 4 "Ziele und Inhalte - Schulung"

Sekretmobilisation

 

Aufgrund der fortgeschrittenen Erkrankung ist die Lunge oft nicht mehr in der Lage im Rahmen des körpereigenen Reinigungsprozesses den produzierten Schleim zu lösen. Zumal im Krankheitsverlauf und bei Infekten oft eine größere Sekretmenge in einer zäheren Konsistenz produziert wird. 

Um den natürlichen Reinigungsprozess zu unterstützen, werden im Rahmen des Lungensports Drainagelagerungen (Halbmond / Mondsichel, Vergrößerung, Dreh-Dehnlagerung, Überkopflagerungen oder Seitlagerungen auf dem Pezziball,…) und Brustkorbmobilisationsübungen angeboten. Auch das Erlernen „ wie mache ich mir selber eine Heisse Rolle“ ist durchaus möglich und sinnvoll.

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Lungensport - Teil 5 "Ziele und Inhalte - Training"

Erhalt / Training der Ausdauerleistung 

  • Angepasst an die körperliche Leistungsfähigkeit, handelt es sich hier natürlich nicht um ein Hochleistungstraining, sondern um ein entsprechend dosiertes Herz-Kreislauftraining. Neben der Verbesserung der Sauerstoffaufnahme, -verarbeitung und –speicherung in der Muskelzelle, soll durch Ausdauertraining die Muskulatur besser durchblutet werden und v.a. aber wird die Atmung ökonomischer für vergleichbare Alltagsbelastungen. 
  • Dies kann- je nach Gruppe- im Sitzen, Stehen oder in der Fortbewegung- eventuell auch mit Handgeräten-  stattfinden. Durch regelmäßiges Ausdauertraining wird das Immunsystem gestärkt, die Erholungsphasen verkürzt / beschleunigt und die Regenerations-fähigkeit verbessert.

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Lungensport - Teil 6 "Ziele und Inhalte - Fragenkatalog zur weiteren Verordnung"

Fragenkatalog zur weiteren Verordnung

 

Nach Ablauf der Verordnung geht man zum Arzt und möchte sich den Lungensport weiter verordnen lassen. Wenn dann die ärztliche Verordnung bei der Krankenkasse zur Genehmigung vorliegt, kann es- unter Umständen- der Fall sein, dass die Krankenkasse dem Versicherten einen Fragenkatalog zuschickt. Hier ein Auszug mit den entsprechenden Antworten:

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Lungensport - Therapiegeräte - Teil-1 "Der Stab"

Training des Gleichgewichts, der aufrechten Körperhaltung, Ganzkörperstabilisation und der Atmung unter Belastung

 

  • Ausgangsposition: stabiler, hüftbreiter Stand. Den Stab in Brustbeinhöhe- mit leicht gebeugten Armen- halten. Dabei die Schulterblätter nach hinten–unten zusammenziehen 
  • Übung: das Gewicht langsam auf ein Bein verlagern, und trotzdem den Oberkörper stabil und das Gleichgewicht halten. Ganz bewusst mit der Lippenbremse weiteratmen 
  • Variation: zusätzlich den Stab in kleinen Bewegungen auf und ab führen oder kleine Kreise nach vorne oder nach hinten beschreiben (evtl. auch mal das Tempo variieren) oder Achter beschreiben

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